Heinrich Muller

Chain of Pearls

Pop, Rock, Songs

Sound Service

7/06



Ein weiteres Mal überrascht uns Tagesschaumann mit einer künstlerisch ausgereiften Produktion: Auf dem erfolgreichen Erstling «Footsteps» hat er mit sonorer Stimme und gepflegtem Songwriting aufhorchen lassen. «Müller singt und rockt, als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht. Seine neutrale Fernsehstimme ist nicht wiederzuerkennen, und seine dezent rockenden Poplieder, arrangiert und begleitet von namhaften Schweizer Musikern, sind Ohrwürmer, die - wie vor zwei Jahren - bald an die Spitze der Schweizer Hitparade stürmen dürften.» (Schweizer Familie). Für sein 2. Album hat sich Heiri Müller auf Schweizer Schaffen besonnen und im nahen Winterthur produziert. Der Rückzug in heimische Gefilde ist ihm gut bekommen. «Chain of Pearls» versprüht den unaufgeregten Charme des Könners, die Arrangements seines Partners Robbie Caruso tragen optimal die Leadstimme, deren Timbre zuweilen an den unvergessenen Roy Orbison erinnert. Instrumentale Abwechslung wird gross geschrieben. «CEO Lady» eröffnet mit einem kraftvollen Bläserriff, in «TV Queen» dominiert eine kernige Stromgitarre, anderswo führt die federnde Akustik Gitarre leichtfüssig durch den Song. In «A Final Kiss» fliessen Gitarre, Hammond und satte Bläserriffs zu einer Einheit zusammen, andere Nummern leben von akustischen Tönen, wie zum Beispiel das Cover «Friday Im in Love» der britischen Kult-Band «The Cure».

Ob akustisch dezent oder energisch elektrisch, über allem thront stets die souveräne Leadstimme, da und dort unterstützt durch zurückhaltenden Chorgesang. «African Blues» steht für den emotionalen Höhepunkt. Dobro und eine melancholische Hammondorgel unterlegen den berührenden Song über das Schicksal einer Frau auf dem nahen Kontinent, der uns so fern ist: «African Blues - life is not fair». So singt einer, der in seinem Beruf Tag für Tag mit dem Elend dieser Welt konfrontiert ist, und aus seinem Privatleben mehr über den Kontinent weiss als Herr und Frau Schweizer aus Presse und TV Apropos Schweiz: Zu den unbeschwerten Momenten gehört sicher die ebenso herzhafte wie unerwartete Jodeleinlage, mit der Müller in «Swiss Girls» seine charmante Hommage an heimische Mundart und Weiblichkeit unterlegt.

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