Knut & Silvy
Days of dismantled routines
Songs
Make up, RecRec
Auch
die vierte CD des Duos, nach langer Denkpause vollendet, zeigt wieder
alle Facetten der typischen Unschubladisierbarkeit: ein pures
Charakterwerk. Wieder switchen K & S zwischen Musikstilen und
Sprachen, wühlen im Fundus der Musikgeschichte und im eigenen
Seelenschrank. «Days of dismantled routines» klingt ausgereifter als
die Vorgänger, reicher an Wissen, dichter und kompakter, wie elf
Kapitel eines Liebesromans. Die Songs, «arrangierte Momentaufnahmen»,
wirken konzentriert, zeitlos: «So ist zwar Pop in der CD drin, aber er
heisst anders. Chanson ist drin, klingt aber anders. Elektronik,
Streicherarrangements. Weniger Gitarre, mehr Piano. Silvy singt, Knut
aber auch. Die Liebe steckt drin, sie schmeckt manchmal bitter. Nicht
mehr so sehr das ungeschliffen Extrovertierte spielt die Hauptrolle,
sondern das Introvertierte, Private, und - hey - die immer noch
fantastischen Sprach- und Klangbilder, wie sie sonst selten zu finden
sind. Da ist er wieder, der Film, der abläuft, sobald die Musik, die
Stimme einsetzt. Geschichten vom Rand, Träume ohne Ende, Alltägliches
mit Brüchen, imaginäre Reisen ins All. All das und noch viel mehr,
konsumentenfreundlich dargeboten in elf Songs.»