Urs Blöchlinger, Heilige Bimbam
Entweder
Jazz
M+F 98-03, Karbon
Noch
zu Lebzeiten gehörte der Aargauer Saxophonist Urs Blöchlinger zu den
geachtetsten Musikern der hiesigen Jazzszene. Bis zu seinem Freitod 1995
profilierte er sich u.a. durch seine Zusammenarbeit mit den Schlieremer
Chind und seine vielgestaltigen eigenen Formationen, denen er meistens
seltsame Namen gab. Und er konnte mit seinem Charme mühelos den
Röstigraben überwinden: sein Publikum war in der Romandie ebenso gross
wie in der deutschen Schweiz. Heilige Bimbam war die letzte Formation,
die er zusammenstellte und für die er die Kompositionen schrieb, eine
typische Blöchlinger-Formation, tief im Jazz wurzelnd und voller
Eigenheiten. Die Kompositionen sind locker, bestehen aus prägnanten,
frechen Themen mit musikalischem Witz und überraschenden rhythmischen
Wendungen - dazu da, die Musiker zu phantasievollen Improvisationen zu
verleiten. Auf dem durch Klanglichkeit bestechenden Album sorgen der
elektrische Gitarrist Luigi Archetti und der Hammondorganist Urs
Voerkel für Biss.
Die von Radio DRS vorgenommenen Aufnahmen stammen von einem
1994er-Auftritt im Zürcher Moods. Erst kürzlich kamen die einstigen
Bandmitglieder an das Material heran – es stellte sich als so
umfangreich hearuas, dass eine zweite CD geplant wird.